oder die Philosophie meines Herzens.............
es war ein sonniger Tag.....deshalb konnte ich auch so in etwa die Tageszeit bestimmen.....hatte extra keine
Uhr mitgenommen,denn somit hatte die Sonne eine Bedeutung mehr für mich....siebzehn Uhr mußte es
ungefähr sein ,als ich in dieser Kleinstadt ankam....die Kirchenuhr war kurz vor sechs .....gut,um einige
Minuten verschätzt.egal,ich wurde ja nicht erwartet.....jedoch,hätte ich vorher gewußt,dass mich hier doch etwas erwartet ,was mich in meinem Streben nach der Erkenntnis um einiges zurück werfen sollte,dann wäre ich wohl bis zur nächsten Stadt weitergeradelt.Der Hunger trieb mich in den nächsten Gasthof,den ich auch schnell fand.....Abendbuffet stand draußen auf einem Schild....mal was anderes dachte ich und Zimmer hatten die hier auch noch frei.Nachdem ich geduscht hatte,stand ich auch schon am Buffet.....nun mußte ich nur noch einen guten Platz finden,damit ich in Ruhe essen konnte....drinnen war alles besetzt....ich sah mich schon im Stehen essen....zum Glück gab es noch einen Biergarten aber auch der war,bis auf einen Tisch, so gut wie voll.....an diesem Tisch saß ein schon etwas angetrunkener Typ.....wie ich so etwas hasste...dass kannte ich doch schon alles....in Ruhe essen....mit großer Warscheinlichkeit...Fehlanzeige....er würde mich so zutexten...dann berührte mich jemand am Rücken....es war ein etwas betagter Japaner oder Chinese...kommen sie,setzen wir uns....meinte er und lächelte mich dabei an...also ging ich mit ihm zum Tisch.....wollte es mir ja auch nicht leicht machen auf meiner kleinen Reise.Also setzten wir uns mit an den Tisch und widererwarten begrüßte der angetrunkene uns eigentlich recht nett...ich hatte auf einmal den Eindruck,dass er froh war,dass sich überhaupt jemand zu ihm gesellte...erst schaute er uns für eine Weile nur an,dann folgte von ihm die Frage,ob wir hier Urlaub machen wollten.ich war gerade dabei zu antworten,da stand auf einmal eine Frau mittleren Alters neben mir und fragte,ob sie sich mit an den Tisch setzen könnte.Somit war das Quartett komplett und ich kam mir wie eine Beilage
in einem Cheeseburger vor....nach dem Essen ging das beliebte Frage – Antwortspiel weiter,woran sich
komischerweise jeder am Tisch beteiligte.Als erster begann der angetrunkene sich vorzustellen...er hatte etwas Schwierigkeiten sich zu konzentrieren....also er hieß Boris und kam vor zwei Jahren aus Kroatien in diese Stadt,um gutes Geld zu verdienen.Seine Familie ,die er sehr vermisse,würde er nur alle drei Monate mal sehen.Es kam mir so vor,als hätten wir etwas gemeinsam...anstatt ins Ausland zu gehen,um mehr Geld zu verdienen,hätte er auch in seiner Heimat mit weniger Geld in der Tasche bleiben können.Aber sein innerer Antrieb brachte ihn hierher.Auch ich hätte nicht unbedingt losfahren müssen,dann wäre bei mir eben alles beim Alten geblieben.Kaum hatte ich zu Ende überlegt,da hörte ich schon die Stimme von dem Japaner oder Chinesen,dessen Namen ich leider vergessen habe.Er wollte seinen Bruder besuchen,der hier in der Stadt ein Restaurant führt.Ein Jahr hätten er und sein Bruder sich nicht gesehen und alles nur wegen einer banalen Unstimmigkeit.Nun wolle er ihn mit seinem Besuch überraschen...na,wenn das man gut geht dachte ich so,aber den er überraschen will,der ist ja noch vorhanden....dabei dachte ich an die Geschichte mit Marie.Nachdem auch ich den Anlaß meiner Reise zum Besten gegeben hatte,war nur noch die nette Frau an der Reihe.Etwas schüchtern wirkte sie schon,dementsprechend kurz waren auch ihre Sätze über sich.Jedenfalls war auch sie auf dem Weg nach Lourdes.Eine Freundin,die hier in der Stadt wohnt,wollte sie treffen,um mit ihr zusammen nach Lourdes zu fahren...zu fahren? Fragte ich noch mal nach....ja,mit dem Bus kam als Antwort von ihr und die Tatsache,dass ihre Feundin seit gestern in der Klinik liegen würde,weil sie von der Leiter gefallen ist.Nun müsse sie ihre Reise alleine machen.Das erste,was mir dazu einfiel war....alles hat seinen Sinn...mittlerweile war Boris doch tatsächlich am Tisch eingeschlafen.Der alte Japaner oder Chinese machte sich nun auch so langsam auf den Weg zu seinem Bruder.Er verabschiedete sich höflich und zu mir sagte er noch...man kann nicht nur seinen Körper trainieren sondern auch seine Gefühle, um auf vieles vorbereitet zu sein.Da ist was dran,meinte die nette Frau neben mir,übrigens ich bin Beatice.Wir könnten doch noch ein wenig reden,meinte sie,somit saßen wir noch bis kurz vor Mitternacht zusammen.Es waren wirklich viele Gemeinsamkeiten zwischen ihr und mir vorhanden...ich fing an sie zu mögen....nein Liebe war nicht im Spiel....eben wie zwei geistige Gebilde,die sich gut verstanden.Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zum Frühstück.Boris war nun auch schon wieder aufgewacht ...... ich wünschte Beatrice eine gute Nacht und ging auf mein Zimmer.Obwohl ich eigentlich nicht so recht daran glaubte,erschien Beatrice tatsächlich zum Frühstück.Sie fragte mich sogar,ob wir uns nicht zusammen einige Sehenswürdigkeiten in der Gegend ansehen könnten....zwei Tage wolle sie noch hier bleiben.......hm,wieso nicht..also stimmte ich zu....wollte auch nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen,wie so oft...dann bleibe ich eben auch zwei Tage hier,fahre doch bis nach Lourdes und die Rückreise werde ich aus Zeitmangel dann mit dem Zug machen....Beatrice und ich verbrachten den ganzen Tag miteinander....wir redeten aber konnten auch schweigend Erlebnisse genießen.Auch am nächsten und darauffolgenden Tag unternahmen wir etwas.Am Abend vor unserer getrennten Weiterreise gab sie mir ihre Handynummer und sagte ,dass sie gerne mit mir befreundet wäre.Was konnte ich mehr erwarten,als ihre Zuneigung ihres Herzens....zwar mußte ich gestehen,dass ich schon etwas mehr für sie empfand...ja,.so einige müßten sich jetzt für eine Sache entscheiden.Da ich mich aber dazu berufen fühlte,das gute im Menschen zu vermitteln.....entschied ich mich natürlich dafür mit ihr befreundet zu sein.Am Tag unserer Weiterreise,wartete ich morgens vergeblich auf Beatrice....ich erfuhr,dass sie schon früh morgens abgereist war,hatte mir aber noch einen Brief dagelassen.Als ich ihn öffnete,fand ich nur zwei leere Blätter.Ein Schachspieler hätte jetzt gesagt „schachmatt“....wir kannten uns zwar erst vier Tage,aber so viel konnte von ihr schon sagen,dass es nicht so ist,dass sie mir nichts mehr zu sagen gehabt hätte.In meinem innersten wußte ich so in etwa,was sie damit meinte...trotzdem...in der Hoffnung,sie würde auf ihrer Rückfahrt hier wieder vorbeikommen,schrieb ich auf einen der Zettel folgende Zeilen:
„ hallo Beatrice
ich wünsche mir sehr,dass Du diese Nachricht liest
wir sind ein paar Tage gemeinsam mal Deinen und mal meinen Weg gegangen.Mit Deinem Brief an
mich wolltest Du mir sagen,dass auch wir zwei unbeschriebene Blätter sind und es so bleiben sollte.
Wäre es ja auch ...Die anderen Überlegungen,die letztendlich zu Deiner Entscheidung geführt haben
kenne ich nicht und werde ich wohl auch nie mehr erfahren....Du gehörst zu den wenigen Menschen,
die mir etwas bedeuten,hätte Dich sogar aus der Hölle geholt...für mich geht Freundschaft auch mal
unter...aber sie kann bekanntlich nicht ertrinken...schon oft wurde nach mir getreten...aber noch nie
direkt in mein Herz.“ Gerald
nachdem ich den Brief im Gasthof deponiert hatte,setzte ich meine Reise nach Lourdes fort.
Irgendwie war ich der Ansicht,das ich auf dieser Tour nur noch mehr Probleme bekommen hätte.
Wiederum sollte ja der Weg das Ziel sein.Am liebsten würde ich jetzt an meinem Strand sitzen.
Stattdessen radelte ich durch die Gegend und erlebte Dinge,die ich so oder so ähnlich schon mal erlebt
hatte. Keinen Deut anders waren meine Reaktionen auf diese Dinge.War es denn nur ein Ortswechsel
für meine Lebensprüfungen...mal davon ausgehend,ich würde immer gleich reagieren ,dann wäre es ja so
,dass ich bis an mein Lebensende auf der Flucht wäre....vor mir selber.Keiner kann aus seiner Haut aber
man kann einige Dinge anders machen....Gefühle zu trainieren...die innere Stimme als das eigene
Übergeordnete anzunehmen als Spiegel der eigenen Persönlichkeit.
Nach drei Tagen erreichte ich Lourdes und mein erster Anlaufpunkt sollte diese Grotte werden,wo die
Jungfrau Maria erschienen ist.Meine Hoffnung war,dass sie mir in der Angelegenheit mit Marie.....also
ich meine....weil sie eben auch eine Frau ist.Da stand ich nun mit meinem Fahrrad und dem Rucksack
auf dem Rücken....ich ließ mich erstmal auf einer Bank nieder. Menschenmassen zogen an mir Richtung
Grotte vorbei.Viele sah man ihre Gebrechen an...am liebsten hätte ich die anderen gefragt,wieso sie hier sind.Nicht einen habe ich angesprochen.Dafür kamen mir einige Menschen in den Sinn....Freunde und
Bekannte...die ich auf einmal als zuverlässig einstufte....die,wie ich nun glaubte,mir genauso viel Bedeutung haben,wie ein Aufendhalt an meinen Lieblingsorten.Wärendessen setzte sich ein älteres Ehepaar zu mir
auf die Bank.Aus dem Augenwinkel beobachtete ich die Beiden.Sie gingen sehr liebevoll miteinander um.
Tatsächlich kamen wir ins Gespräch.Ihr Grund hierher zu pilgern ,war ihr Sohn.Nach einem Streit hätten sie
Ihn nun schon zwei Jahre nicht mehr gesehen.Sie wollten Maria bitten,dass er sich wieder bei ihnen meldet.
Natürlich...all die Menschen hier sind auf der Suche...nach einem Menschen,einer Heilung, nach Antworten.
Auf mich trafen wohl alle drei Motive zu.Auch meine Geschichte mit Marie gab ich zum Besten.
Ach,meinte die Frau....der Unfall wäre auch passiert,wenn sie zur Verabredung ins Restaurant gekommen
wären....und ich hätte ihnen verziehen....es war wie ein Befreiungsschlag,weil der Gang in die Grotte wäre
ein letztes Mittel für mich gewesen......die Sonne schien mir ins Gesicht,dass ich kaum noch etwas sehen
konnte und eine Stimme sagte öfter meinen Namen.....na sag mal,wielange willst du denn hier noch in der
Sonne liegen....hast ja schon einen Sonnenbrand.......es war Maries Stimme.....ich hatte fast den ganzen Tag
am Strand geschlafen.....kann garnicht sagen wie froh ich war sie zu sehen.....alles war eine Traumreise....
sofort erzählte ich Marie die Geschichte über meine Reise nach Lourdes.Sie hörte es sich alles in Ruhe an
und am Schluß nahm Marie auch noch meine Entschuldigung an....manchmal muß man wirklich nicht
weit reisen....Lourdes ist nicht immer der Wendepunkt.
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