Henry macht in der Normandie Urlaub...er sitzt in seinem Hotelzimmer vor seinem Laptop und kommt sich vor wie ein Herr Müller oder Meier,die es in jedem Land auf der Welt gibt....selbst im Urlaub muß er über alles und jeden informiert sein....ja,in dieser Zeit kann man so viel machen --außer einen richtigen Urlaub.
An diesem Tag kommt Henry zu folgenden Überlegungen............................
was mache ich hier eigentlich....stimmt es etwa doch,was ich mal gelesen hatte,dass einige Menschen es wieder lernen müssen "Urlaub zu machen".....ich bin frei geboren und das Leben ist eben doch ein Spiel....aber welches.....Skat,Poker,oder Mensch ärgere dich nicht....die meisten Menschen sind vor irgendeinen Karren gespannt....man ist in einem Geflecht von Verpflichtungen....wie in einem Sumpf....manchmal denke ich....endlich einen sicheren Stand zu haben aber dann gibt der Boden unter mir wieder nach...es ist also angesagt- schnell und flexibel zu sein,damit man nicht versinkt.
Dinge schleifen lassen,das ist nicht meine Art.....halbe Sachen erst recht nicht.........
Darf ich auch nicht........sonst fühle ich mich wie an Gummibändern,die dich in die Vergangenheit zurückziehen ,die ich eigentlich schon längst verdrängt hatte.....allerdings verdränge ich auch Dinge,die nichts mit der Vergangenheit zu tun haben......nun,was könnte mich davon abhalten,den Laptop aus dem Fenster zu werfen,mich an den Strand zu setzen und für den Rest des Lebens nichts mehr zu tun.....nur noch zusehen,wie sich andere abmühen.......keine Verpflichtungen mehr.....aber was ist mit der Verpflichtung mir gegenüber.......wie begründe ich mein Verhalten.....Selbstaufgabe?.......soweit ich weiß,gibt es kein Gesetz....welches besagt,dass Faulheit nicht unterstützt wird.....aber auf mich trift das ja nicht zu.... aber wie werden die Menschen über mich denken .....mein Leben lang suchte ich vor jede meiner Handlungen eine Begründung.....ein gutes Alibi für mein Tun......schluß damit.....
mir fällt auf,jetzt wo ich versuche mich auf den Pfad der Unwissenheit fallen zu lassen,dass meine Gedanken irgendwie gemeiner werden........die Sache scheint komplexer,als ich dachte.....ach was.....wenn man etwas vor hat,soll man keine Selbstkritik üben.....sollen sich doch die anderen abmühen......man kann es auch übertreiben......schließlich ist es unsere dringlichste Aufgabe,dass die Menschheit nicht ausstirbt.....der Rest ist frei wählbar.......Winston Churchhill hat mal gesagt.." man soll nicht alle Fehler selber begehen,andere sollen auch eine Chance bekommen".....oft hatte ich gedacht,ob das was ich machen wollte richtig ist.....mit dem Ergebnis--- es nicht zu tun.
Bis zum Strand habe ich es schon mal geschafft........frage mich langsam was schwieriger ist ---wenn das Bauchgefühl den Kopf überzeugen soll oder umgekehrt........diesmal werde ich den Kopf aussen vor lassen.
Symbolisch gesehen kann man sagen.....wenn man von einer Sache überzeugt ist,dann soll man nicht mehr in den Spiegel schauen...jetzt ist konsequenz angesagt,also nichts mehr organisieren mit einer Ausnahme,denn ich muß ja von irgendwas leben.
Es ist wunderschön hier am Strand.....es ist nur noch ein Schritt....anschließend habe ich keine Wohnung,keine Arbeit und wohl auch keine Partnerin sowie Freunde mehr.....nach dem Motto,aus den Augen aus dem Sinn.
Eigendlich dachte ich immer,dass ich die Zügel in der Hand habe.....in wirklichkeit war ich aber nur der Dirigent in einem großen Orchester.....ausschlaggebend sind also nur die Noten......ab jetzt schreibe ich die Noten selber und dirigiere sie auch...
Langsam bekomme ich hunger und kühl wird es auch....gehe dann mal wieder aufs Zimmer....das Andere kann ich ja immer noch machen.....liegt wohl an meinem Sternzeichen....................................................
Das ganze Leben besteht aus Wollen und nicht-Vollbringen, Vollbringen und nicht-Wollen
( Zitat Johann Wolfgang von Goethe )
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